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Jubiläumsfeier 100 Jahre Gebr. Ezel in der Vaihinger Stadthalle |
Roter Teppich für Vorzeigebetrieb
Redner würdigten Leistungen von Geschäftsführer und Mitarbeiter
Bericht VKZ 4.3.2002 (ub)
Vaihingen/Enz
Wenn gefeiert wird, dann richtig: Vor der Stadthalle ist
der rote Teppich ausgerollt, im Innern bringen weiße Stoffe
festliche Atmosphäre in den Saal. Mit einer Jubiläumsfeier
beging das Vaihinger Bauunternehmen Gebr. Ezel am Freitagabend
das 100-jährige Bestehen des Unternehmens. Die Geschäftsführung
bekam die Ehrenurkunde der Handwerkskammer.
Das Fest vor geladenen Gästen in der Stadthalle hatte
neben dem runden Geburtstag der Firma eine weitere historische
Dimension: Der Neubau der Vaihinger Stadthalle war 1953
der erste Großauftrag nach schweren Jahren. »100 Jahre
Gebrüder Ezel sind verbunden mit der Geschichte von Stadt
und Land«, sagte so Geschäftsführer Walter Sämann zurecht.
Das 100-jährige Bestehen des Unternehmens bedeute aber
auch 100 Jahre Arbeit für Alt und Jung bedeute Erfolge
und Misserfolge, bedeute den persönlichen Einsatz vieler
Männer und Frauen. »Deshalb gehört an diesem Abend auch
der Dank an alle, die sich für die Firma einsetzten, und
einsetzen«, so Sämann. Das Engagement sei vor allem in
der vorherrschend »schwierigen Talsohle« wichtig: »Wir
brauchen in Zukunft Bauaufgaben, an denen wir uns begeistern
können.«
»Etwas Besonderes im Land«
Begeistert über die Firmengeschichte zeigten sich am Freitag
die Grußredner - allen voran der Oberbürgermeister Heinz
Kälberer. »Es ist schon etwas Besonderes im Land, wenn
ein Unternehmen über 100 Jahre lang von den Familien erfolgreich
geführt wird.« Das bedeute aber auch, dass die Familien
miteinander auskommen können, »sonst ist so etwas nicht
möglich.« Kälberer lobte in seiner Laudatio die Ezel-Geschäftsleitung,
»die immer wieder für gemeinnützige Dinge Maschinen zur
Verfügung stellt«. Die »außerordentliche Leistung« der
Verantwortlichen würdigte auch Erich Bauer. Der Maurermeister,
der 50 Jahre bei Ezel arbeitete, ist zwar schon im Ruhestand,
konnte aber am Freitagabend trotzdem bescheinigen, »dass
die Firma auf dem richtigen Kurs gehalten wird«.
Wie wichtig derzeit unternehmerische Weitsicht und Management
gerade in der Baubranche gefragt sind, machte bei der
Jubiläumsfeier die Rechtsanwältin Barbara Lohr vom Fachverband
Bau in Stuttgart deutlich. »Von der allgemeinen Flaute
in Deutschland ist der Bau besonders betroffen.« Die Vaihinger
Firma Ezel sei über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt,
weil sie sich unermüdlich für die württembergische Bauwirtschaft
eingesetzt habe.
Der Drang nach vorne
Die Ehrenurkunde der Handwerkskammer Stuttgart bekam an
diesem Abend die Ezel-Geschäftsführung (Walter Sämann,
Jürgen Sämann, Steffen Sämann, Heidrun Maier) von Rudolf
Stegmaier von der Kreishandwerkerschaft und von Ulrich
Grossmann von der Bauinnung verliehen. Stegmeier erinnerte
daran, dass bei der 100-jährigen Firmengeschichte immer
Menschen das Sagen gehabt hätten, die ihre Interessen
hinter die der Firma gestellt haben.» Und es waren Menschen,
die stets den Drang hatten, nach vorne zu blicken und
immer die Weichen für die Zukunft zu stellen.«
Ein »Vorzeigebetrieb«
Als Karl Gottlieb Ezel 1902 die Firma gründete, wurde
in Berlin die U-Bahn eingeweiht. Als 1910 Berta Ezel die
Geschäftsführung übernahm, wurde die Luftlinie Weimar-Berlin
aus der Taufe gehoben. Als 1932 Carl, Gustav und Emma
Ezel, sowie Carl Bosse die Firma weiterführten, waren
in Deutschland sechs Millionen Menschen arbeitslos. Als
1963 Gustav Ezel und Emma Bosse die Regie führten, flog
die erste Frau ins Weltall. Als 1970 Heidrun Maier, Walter
Sämann, und Jürgen Sämann ins Boot stiegen, waren die
ersten Menschen bereits auf dem Mond. Rudolf Stegmeier,
Geschäftsführer der Kreishandwerker, nutzte den Ausflug
in die Geschichte, um zu beweisen, dass kleinere und mittlere
Unternehmen sich immer rasch den Veränderungen anpassen
konnten. Das Unternhemen Ezel bezeichnete er als »Vorzeigebetrieb«.
Die größte Zukunftsherausforderung bestehe nun darin,
um den Nachwuchs im Haus zu kämpfen. »Im Mittelpunkt steht
der Mensch als Partner, nicht die Maschinen mit der anonymen
Leistung.«
Schwierige Parkplatzsuche
A propos Maschinen: Für viele Gäste von außerhalb
war es am Freitagabend nicht ganz einfach, einen Parkplatz
rund um die Vaihinger Stadthalle zu finden. Durch die
parallel stattfindende Blutspendenaktion in der Realschule,
war das Parkangebot knapp. Moderator Uwe Waltersbacher
nahm die Sache locker: »Wenn Sie falsch geparkt haben,
die Polizei drückt an diesem Abend beide Augen zu.« Da
war sich der Vaihinger Oberbürgermeister nicht so sicher:
»Da würde ich mich nicht drauf verlassen.«

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Die Ehrenurkunde für die Ezel-Geschäftsführung; von links
Ulrich Grossmann von der Bauinnung, Rudolf Stegmaier von
der Kreishandwerkerschaft, Walter Sämann, Jürgen Sämann
und Steffen Sämann.

Vor geladenen Gästen feierte am Freitagabend
das Vaihinger Bauunternehmen Gebr. Ezel in der Stadthalle
das 100-jährige Bestehen der Firma (Fotos: Bögel)
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