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Tiefengründung in Schwetzingen |
OB: Torfschicht kostet Stadt 29 184 Euro mehr
Eilentscheidung für tiefere Gründung am Kulturzentrum
Bericht: Schwetzinger Zeitung, 30. 08. 2003 (Red: Jürgen Gruler)
Schwetzingen
Der Schreck saß tief: Als vor zehn Tagen beim Ausbaggern
der Grube für das neue Kulturzentrum eine ölig-schwimmende
Schicht zu Tage gefördert wurde, befürchtete
man erst einmal Altlasten. Dann kam heraus, dass es sich
um Torf handelt. Und doch war dies nur die halbe Entwarnung.
Denn fortan war klar, dass die Gründung für
den Neubau tiefer angesetzt werden muss, ein normales
Fundament in 3,60 Metern einfach nicht ausreicht.
Damit der Bau weitergehen kann, hat OB Kappenstein jetzt
in einer Eilentscheidung die höheren Kosten in einer
Höhe von 24 684 Euro für das Spezial-Unternehmen
und 4500 Euro für die Bodenuntersuchung genehmigt.
Die Arbeiten der Spezialfirma "Ezel" aus Vaihingen
laufen bereits.
"Ohne entsprechende Fundamentierung im Grundwasser
wäre die Standfestigkeit des Bauwerks nicht gewährleistet.
Die Eilentscheidung war notwendig, weil sonst der Rohbau
nicht hätte weitergehen können und die zuständige
Firma dann Behinderungen hätte anmelden können,
die zu weiteren Ausgleichszahlungen der Stadt geführt
hätten", so Kappenstein in seiner Begründung,
die gestern den Stadträten zugestellt wurde.
Aufgrund der unterschiedlichen Dicke der Torfschicht muss
das Spezialunternehmen jetzt sogenannte Brunnengründungen
vornehmen, die bis zu zehn Meter tief reichen. Da der
Grundwasserhorizont aber bereits bei 5,50 Metern Tiefe
anzutreffen ist, sei es erforderlich, die Schachtungen
in Rohren durchzuführen. Das Betonieren der Fundamente
erfolgt dann unter Wasser in einem speziellen sogenannten
"Kontraktorverfahren", heißt es weiter
in Kappensteins Begründung.
Andere Varianten seien aus technischen oder aus finanziellen
Gründen verworfen worden, so der OB, der nun hofft,
dass das Kulturzentrum auf sicheren Beinen steht.

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